Sonntag, 27. Januar 2013

Malaria

Vor ungefähr zwei Wochen hatte ich Malaria. Ich war schon ziemlich krank, aber so gefährlich, wie einige vielleicht denken mögen, war es nicht.
Als ich eines Tages knapp unter 40° Fieber hatte, ging ich schon mit der Vermutung, dass ich Malaria habe, ins Krankenhaus. Es ging mir ziemlich schlecht, ich war sehr schwach und mir war ziemlich schwindelig. Nachdem man meine Vermutung bestätigt hatte, gab man mir drei Infusionen und ließ mich im Krankenhaus übernachten. Es war anders als in einem deutschen Krankenhaus: Der Arzt hatte große Schwierigkeiten, die Nadel für die Infusion vernünftig in meinen Arm zu setzen, der brauchte drei Versuche. Als ich nach Wasser fragte, gab es keins und die Krankenschwester musste erst welches aus einem Supermarkt, der in der Nähe des Krankenhauses ist, kaufen gehen. Zunächst fühlte ich mich also sehr unwohl, aber mir fiel auch auf, dass viele Vorurteile, die man in Deutschland über afrikanische Krankenhäuser hört, nicht zutreffen: Alle waren sehr um Hygiene besorgt, alles war sehr sauber. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mir eine unsaubere Spritze oder so etwas gegeben hat, schätze ich etwa genauso hoch ein, wie die, dass mir so etwas in Deutschland passiert wäre.
Die Behandlung funktionierte sehr gut, schon nach einer halben Stunde ging es mir deutlich besser und als ich am nächsten Tag das Krankenhaus verließ, ging es mir, verglichen mit dem Zustand, in dem ich kam, gut. Eine Woche lang fühlte ich mich dann schwach, hatte leichte Kopf- und Gliederschmerzen, aber das war alles nicht besonders schlimm, mein größtes Problem war Langeweile, denn durch meine Schwäche fühlte ich mich nicht fähig irgendetwas zu machen, nicht einmal zu lesen. Meine Gastfamilie kümmerte sich aber sehr gut um mich und auch einige andere Freiwillige kamen und besuchten mich.
Nur einen Tag ging es mir noch einmal schlechter: Am Mittag stieg das Fieber wieder auf knapp unter 40°, ich hatte Fieberträume, schlief aber nicht wirklich und ab und zu merkte ich, wie ich mit mir selbst redete oder Leuten, die gar nicht anwesend waren. Das war der negative Höhepunkt der Krankheit, der am Abend nachließ, sodass ich einschlafen konnte und als ich in der Nacht erwachte, fühlte ich mich wieder einigermaßen gut.
Zwar habe ich teilweise wirklich unter dieser Krankheit gelitten, aber trotzdem finde ich im Nachhinein, dass es eine wirklich interessante Erfahrung war. Allerdings muss ich diese Erfahrung nicht unbedingt nochmal machen.

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