Montag, 14. Januar 2013

"Thank you for learning our language"

Stellt euch mal vor, ein Türke, der nur zehn, zwölf Wörter Deutsch spricht, kommt in ein Geschäft und will etwas kaufen. Er verständigt sich mit der Verkäuferin auf Englisch und zum Schluss verabschiedet er sich mit seinem gebrochenen Deutsch. Die Frau ist begeistert, dass er sich die Mühe gibt, ein bisschen von der Landessprache zu lernen und sagt dem Türken: "Thank you for learning our language!"
So eine Situation wäre in Deutschland undenkbar. Es schon unwahrscheinlich, dass die Verkäuferin Englisch spräche. In Deutschland erwartet man, dass Deutsch gesprochen wird. Man würde dem Türken mit Unverständnis begegnen, sich über seine Ignoranz empören und von ihm erwarten, sofort Deutsch zu lernen.
Jeder Türke in Deutschland spricht besser Deutsch als ich Luganda, der Sprache, die hier in Entebbe gesprochen wird. Mir begegnet niemand mit Unverständnis, niemand empört sich über mich, wenn ich Englisch spreche und keiner erwartet, dass ich Luganda lerne. Wenn ich ab und zu nach einem kurzen Gespräch auf Englisch mich beispielsweise mit den lugandischen Worten "siba bulungi" (Einen schönen Tag noch) verabschiede, ist die Reaktion immer ähnlich: Die Leute freuen sich sehr, dass ein Fremder ein paar Wörter der Landessprache kann und auch wenn es fast nichts ist, was ich hervorgebracht habe, bedanken sie sich für meine Mühe und nicht selten habe ich schon gehört: "Thank you for learning our language!"

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