Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tag 3: 100 Meter Wasserfall

Am dritten Tag unseres Ausflugs verließen Elias und Jakob uns schon früh und wenig später machten Lorenz und ich uns auf den Weg zu den Sipi Falls, von denen ich gehört habe, dass man sie, wenn man in Uganda ist, gesehen haben muss.
Als wir nach einer etwa einstündigen Autofahrt angekommen waren, stellten wir uns die Frage, ob wir wieder auf eigene Faust losziehen oder diesmal einen Führer anheuern sollten. Ein Amerikaner, der unsere Diskussion beobachtete, sagte dazu in einem abfälligen Ton: "Überall sind diese Schwarzen, die euch anbetteln, ihr habt nur zwei Möglichkeiten, sie los zu werden: Entweder ihr nehmt euch einen dicken Knüppel und schlagt sie alle nieder oder ihr nehmt einen Führer!" Obwohl dieses Argument dieser höchst unspympathischen Person uns keineswegs überzeugte, entschieden wir uns letztendlich dazu, doch einen Führer zu nehmen, was sich im Nachhinein als eine gute Wahl erwies.
Zuerst wurden wir zu einem Wasserfall geführt, der etwa doppelt so hoch war, wie der am Tag zuvor, das Spektakuläre hier war aber, dass hinter dem Wasserfall eine etwa 15 Meter lange begehbare Höhle war, in der man nicht nass wurde.
Der nächste Wasserfall, zu dem wir geführt wurden, war 87 Meter hoch und das Wasser spritzte so heftig, dass man schon in einiger Entfernung immer einen kreisförmigen Regenbogen um sich herum hatte.
Während wir uns dann auf den Weg zum nächsten Wasserfall machten, unterhielt ich mich mit dem Führer etwas über die Pflanzen, die uns umgaben und er erzählte mir, dass aus dem Mais dort Bier gemacht wird. Nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich das gerne einmal probieren würde, sagte er, dass er in der Nähe wohne und wir dort sofort und eins trinken können. Also wurden wir in eine Lehmhütte geführt, wo jedem von uns ein 1-Liter-Krug dickflüssiges, warmes (fast wie Suppe) Bier hingestellt wurde. Dazu bekamen wir leere Konservendosen, aus denen wir tranken. Schon nach dem ersten Schluck stellten wir fest, dass dieses Bier, das keineswegs nach einem solchen schmeckte (aber nicht schlecht), sehr stark (mehr als 10%) war und wir die Hütte nicht mehr nüchtern verlassen würden. Als wir ausgetrunken hatten, wurde uns nocheinmal kräftig nachgeschenkt und als wir dann gingen, um die letzte und schwierigste Strecke in Angriff zu nehmen, stellten wir fest, dass der Führer uns nicht schlecht abgefüllt hatte.
Wir stiegen einen sehr steilen Abhang, der uns allerlei Schwierigkeiten bereitete, hinab, sodass wir am Fuße des größten Wasserfalls, der sich 100 Meter in die Tiefe ergießt, stehen konnten. Sofort waren wir völlig durchnässt durch die Unmengen an Spritzwasser – etwa 15 Meter vom Wasserfall entfernt war es so, als würde man in starkem Regen stehen.
Nachdem wir den Aufstieg, der sehr anstrengend war, geschafft hatten, gingen wir nocheinmal zum ersten Wasserfall und badeten dort.
Anschießend nahmen wir einen Bus und fuhren zu dem Regenwald, den wir auf der Hinfahrt durchfahren hatten, und mieteten uns dort (es war schon dunkel) eine Hütte mitten im Wald für eine Nacht und schliefen, erschöpft von diesem anstrengenden, aber wunderschönen Tag, schnell ein.
Foto oben: Ich vor dem ersten und kleinsten der drei Wasserfälle
Foto unten: Lorenz und ich in der Hütte beim Biertrinken

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